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MedienmitteilungVeröffentlicht am 12. Juni 2026

Bundesrat treibt direkte Bahnverbindung Schweiz–London voran

Bern, 12.06.2026 — Der Bundesrat sieht grosses Potenzial für direkte Bahnreisen zwischen der Schweiz und London. An seiner Sitzung vom 12. Juni 2026 sprach er sich für die Weiterführung der Arbeiten aus und beauftragte verschiedene Bundesstellen mit zusätzlichen Abklärungen.

Die Nachfrage nach Reisen zwischen der Schweiz und Grossbritannien ist gross. Derzeit gibt es täglich über 50 direkte Flugverbindungen ab der Schweiz Richtung London und ebenso viele in die umgekehrte Richtung. Die Reise per Bahn ist im Vergleich aufwändiger. Sie erfordert ein Umsteigen und einen Transfer an einen anderen Bahnhof in Paris oder ein Umsteigen in Lille. Eine direkte Bahnverbindung könnte die Attraktivität der Anreise deutlich erhöhen.

Zusammenarbeit Schweiz-Grossbritannien

Am 8. Mai 2025 haben Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), und die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander ein Memorandum of Understanding (MoU) zur engeren Zusammenarbeit im Schienenpersonenverkehr unterzeichnet. Mit diesem MoU wurde eine institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen den beiden Verkehrsministerien aufgebaut, um die nötigen Abklärungen und Vorbereitungen für eine direkte Zugverbindung zwischen der Schweiz und London zu treffen.

Verschiedene Herausforderungen

An seiner Sitzung vom 12. Juni 2026 hat der Bundesrat im Rahmen einer Aussprache von den Herausforderungen Kenntnis genommen, die sich mit Blick auf diese Zugverbindung stellen. Es ist festzulegen, welche Bahnhöfe in der Schweiz bedient werden sollen. Da das Vereinigte Königreich nicht Teil des Schengen-Raums ist, sind sowohl bei der Ein- wie auch bei der Ausreise Grenzkontrollen nötig. Bei einer direkten Zugverbindung zwischen der Schweiz und London müssen die Einreisekontrollen bereits auf Schweizer Boden stattfinden. Für den Eurotunnel gelten zudem erhöhte Sicherheitsvorschriften und entsprechend schärfere Kontrollen. Für die Grenz- und Sicherheitskontrollen ist die Ausweitung völkerrechtlicher Verträge auf die Schweiz erforderlich.

Aufträge des Bundesrats

Bei der Bearbeitung dieser Fragen sind verschiedene Bundesstellen involviert – insbesondere das Staatssekretariat für Migration (SEM), das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) sowie das Bundesamt für Polizei (fedpol). Die Federführung hat das Bundesamt für Verkehr (BAV). Eingebunden ist auch die SBB. Diese hat im Mai 2026 mit dem französischen Bahnunternehmen SNCF Voyageurs und dessen Tochtergesellschaft Eurostar eine Absichtserklärung für eine Direktverbindung zwischen der Schweiz und London unterzeichnet.

Der Bundesrat hat die zuständigen Departemente beauftragt, die offenen Fragen weiter zu vertiefen. Bis Ende 2027 will er über das weitere Vorgehen entscheiden. Mit der Inbetriebnahme einer Direktverbindung Schweiz–London ist ab den 2030er Jahren zu rechnen.