Schweiz–Frankreich: Enge Zusammenarbeit angesichts gemeinsamer Herausforderungen
Bern, 08.05.2026 — Bundesrat Ignazio Cassis hat in Genf den französischen Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten, Jean-Noël Barrot, zu einem Austausch über grenzüberschreitende Fragen, G7 und die grossen europäischen Herausforderungen empfangen. Vor dem geopolitischen Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine, der Spannungen im Nahen Osten und der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen betonten die Schweiz und Frankreich ihren Willen, sich gemeinsam für ein stabileres, sichereres und wettbewerbsfähigeres Europa sowie für einen in Genf verankerten wirksamen Multilateralismus einzusetzen.
Bei dem Treffen wurden die Vielfalt und die Dichte der bilateralen und grenzüberschreitenden Beziehungen hervorgehoben. Bundesrat Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), und Minister Jean-Noël Barrot sprachen über die Umsetzung der Abkommen zur Bewirtschaftung von Rhone und Genfersee, die im September 2025 in Genf unterzeichnet worden waren. Der EDA-Vorsteher betonte zudem, wie wichtig es sei, die Verhandlungen über die Bewirtschaftung des Doubs rasch abzuschliessen.
Beziehung zur Europäischen Union
Bundesrat Cassis informierte seinen französischen Amtskollegen über den Stand der parlamentarischen Arbeiten zum Paket «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU (Bilaterale III)» und betonte den Beitrag der Schweiz zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Ausserdem befassten sich die Amtskollegen mit dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft, das 2027 in der Schweiz stattfindet.
Internationales Genf und KI-Gipfel 2027 in Genf
Bundesrat Cassis unterstrich die Bedeutung des internationalen Genf für einen wirksamen und zielgerichteten Multilateralismus. Im Rahmen des Weltgipfels zum Thema künstliche Intelligenz (KI), der 2027 in Genf stattfindet, will die Schweiz eine Brücke zu früheren Veranstaltungen schlagen, insbesondere zum KI-Gipfel 2025 in Paris. Die Schweiz erachtet es als zentrale Priorität, die globalen Diskussionen über KI-Gouvernanz auf stabile Prozesse zu stützen. Als globaler Hub für den multilateralen Dialog bietet Genf das ideale Umfeld für diese Arbeiten.
G7-Gipfel in Évian-les-Bains
Die beiden Minister sprachen über die laufende Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Frankreich in den Bereichen Sicherheit und Organisation des Gipfels. Sie betonten, wie wichtig gegenseitige Unterstützung sei, um einen erfolgreichen und reibungslosen G7-Gipfel zu gewährleisten. Frankreich würdigt den Einsatz der Schweiz und erklärte sich bereit, diesem sowie dem internationalen Genf im Rahmen des Gipfels eine Plattform zu bieten.
Geopolitischer Kontext
Bundesrat Ignazio Cassis und sein Amtskollege tauschten sich auch über aktuelle internationale Themen aus, insbesondere über die Lage im Mittleren Osten und die transatlantischen Beziehungen. Ein weiteres Gesprächsthema war der Krieg gegen die Ukraine. Die Schweiz, die 2026 den OSZE-Vorsitz innehat, bekräftigte überdies ihren Einsatz für eine starke europäische Sicherheitsarchitektur und die Einhaltung des Völkerrechts, insbesondere des humanitären Völkerrechts.
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