F-35A in Meiringen: Hörvergleich wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden
Bern, 21.09.2026 — Das VBS und die Schweizer Luftwaffe setzen sich weiterhin dafür ein, auf dem Militärflugplatz Meiringen einen Hörvergleich zwischen einem F-35A und einem F/A-18 zu ermöglichen. Eine Durchführung wäre grundsätzlich im Oktober möglich gewesen. Da der italienische F-35A unter den derzeitigen betrieblichen Voraussetzungen in Meiringen jedoch nicht landen und starten kann, wäre lediglich ein Durchstartmanöver möglich gewesen. In Übereinstimmung mit den regionalen Behörden und Interessengruppen verzichtet das VBS auf einen Vergleich unter diesen Bedingungen. Die Gespräche mit der italienischen Luftwaffe werden weitergeführt.
Gemeinden und Interessengruppen aus der Region hatten das VBS gebeten, einen direkten Vergleich zwischen einem startenden F-35A und einem F/A-18 auf dem Militärflugplatz Meiringen zu ermöglichen. Damit soll die Bevölkerung die Möglichkeit erhalten, sich selbst einen Eindruck von der Wahrnehmung eines einzelnen F-35A-Starts im Vergleich zu einem heutigen F/A-18-Start zu verschaffen.
Da die Schweizer Luftwaffe erst ab Mitte 2028 über eigene F-35A in der Schweiz verfügen wird, ist sie für eine frühere Durchführung auf die Unterstützung einer ausländischen Luftwaffe angewiesen. Die italienische Luftwaffe erklärte sich bereit, die Schweiz dabei zu unterstützen. Ein erster Hörvergleich war im April 2026 vorgesehen, musste jedoch von italienischer Seite kurzfristig aus operationellen Gründen abgesagt werden.
Vergleich im Oktober würde keinen regulären Start ermöglichen
Die italienische Luftwaffe hält an ihrer Bereitschaft zur Unterstützung fest. Für Oktober konnte ein mögliches Zeitfenster identifiziert werden. Im Rahmen der weiteren Abklärungen zeigte sich jedoch, dass die italienischen F-35A derzeit auf dem Militärflugplatz Meiringen noch nicht landen und starten können. Grund dafür ist die Kabelfanganlage. Sie dient dazu, Kampfflugzeuge bei bestimmten Notfällen mittels Fanghaken zum Stillstand zu bringen. Die Anlage ist derzeit nicht für den Betrieb mit dem F-35A zugelassen.
Als Alternative erklärte sich die italienische Luftwaffe bereit, mit einem F-35A ein Durchstartmanöver unter Einsatz des Nachbrenners durchzuführen. Damit hätte die Wahrnehmung eines Starts möglichst realitätsnah nachgebildet werden sollen. Das VBS hat diese Möglichkeit mit den Gemeinden und Interessengruppen im «Kontaktgremium Flugplatz Meiringen» diskutiert. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich gegen einen Hörvergleich unter diesen Voraussetzungen aus.
VBS hält am Hörvergleich fest
Das VBS ist weiterhin bereit, der Bevölkerung einen möglichst aussagekräftigen direkten Vergleich zwischen einem F-35A und einem F/A-18 zu ermöglichen. Damit ein F-35A in Meiringen regulär landen und starten kann, muss zuerst die Kabelfanganlage im Rahmen der Einführung des F-35A zugelassen werden. Das VBS prüft derzeit, ob der Zulassungsprozess beschleunigt werden kann. Die technischen Voraussetzungen sind bereits erfüllt, die formale Zulassung durch die zuständige, internationale Behörde im F-35 Programm steht jedoch noch aus.
Gleichzeitig bleiben das VBS und die Schweizer Luftwaffe mit der italienischen Luftwaffe im Austausch, um nach erfolgter Zulassung eine Durchführung zu ermöglichen. Nach wie vor können die Wetter- und Pistenverhältnisse die Einsatzmöglichkeiten der italienischen F-35A in Meiringen beeinflussen. Im Unterschied zu den künftig in der Schweiz eingesetzten F-35A verfügen die italienischen Flugzeuge über keinen Bremsschirm. Eine Landung in Meiringen ist deshalb auch nach erfolgter Zulassung der Kabelfanganlage nur unter geeigneten Pistenbedingungen möglich.