OSZE-Konferenz in Genf: Antizipation von Technologien – für eine sichere und humane Zukunft
Bern, 04.05.2026 — Die Schweiz organisiert am 7. und 8. Mai 2026 im Rahmen ihres OSZE-Vorsitzes in Genf eine internationale Konferenz zur Antizipation neuer Technologien und deren Bedeutung für Frieden und Sicherheit in der OSZE-Region. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und internationalen Organisationen diskutieren, wie Chancen genutzt, Risiken minimiert und durch verstärkten Dialog Vertrauen und Sicherheit in einer sich rasch wandelnden Welt gestärkt werden können.
Der rasante technologische Fortschritt – von künstlicher Intelligenz bis hin zu Quantentechnologien – verändert die Grundlagen von Sicherheit und internationaler Zusammenarbeit nachhaltig – auch in der OSZE-Region. Neue Technologien bieten grosse Chancen. Sie bergen jedoch gleichzeitig Risiken, die bestehende Spannungen verstärken können. Ziel der Konferenz ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch Antizipation, Dialog und kooperative Ansätze Vertrauen gestärkt werden kann. Gerade in einem zunehmend komplexen geopolitischen Umfeld sind solche Bemühungen entscheidend, um Missverständnisse zu reduzieren, Nutzungskonflikte zu entschärfen und die Grundlage für nachhaltige Sicherheit und Zusammenarbeit zu fördern.
Die Konferenz in Genf ist thematisch die erste ihrer Art im OSZE-Rahmen. Die Schweiz verfolgt seit Jahren einen Ansatz, der wissenschaftlichen und technologischen Antizipation mit konkretem politischem Handeln verbindet. So hat der UNO-Sicherheitsrat auf Initiative der Schweiz im Jahr 2024 erstmals den Zusammenhang zwischen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen und internationalem Frieden und Sicherheit anerkannt. Darauf aufbauend hat die Schweiz für ihren OSZE-Vorsitz 2026 die Antizipation von Technologien zu einer Priorität erklärt. Damit unterstreicht sie die zentrale Rolle von Vertrauen und Transparenz für die kooperative Sicherheit.
Eröffnet wird die Konferenz durch den amtierenden OSZE-Vorsitzenden, Bundesrat Ignazio Cassis im Beisein des OSZE-Generalsekretärs, Feridun H. Sinirlioğlu, des UNESCO-Generaldirektors, Khaled El-Enany, und der Direktorin für Stakeholder Relations des CERN, Ursula Bassler. Die Veranstaltung bringt rund 200 Teilnehmende und gut 50 Delegationen zusammen. Ergänzt wird die Konferenz durch Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen, der Wissenschaft und des Privatsektors.
Vier thematische Schwerpunkte
Während der Konferenz werden die unterschiedlichen Dimensionen der technologischen Entwicklung und deren Auswirkung auf die Sicherheit in verschiedenen Panels beleuchtet:
- Antizipation von Technologien: Diskutiert wird am Beispiel von Quantentechnologien, wie sich der technologische Wandel auf geopolitische Dynamiken auswirkt und weshalb vorausschauendes Handeln eine Voraussetzung für Frieden und Sicherheit ist.
- Wasser- und Energiesicherheit im digitalen Zeitalter: Im Zentrum steht die Frage, wie Ressourcenknappheit, steigender Bedarf und Nutzungskonflikte neue sicherheitspolitische Herausforderungen schaffen und wie technologische Innovationen andererseits zur Vertrauensbildung und zur verstärkten Kooperation beitragen können.
- Künstliche Intelligenz und Konfliktprävention: Thematisiert wird der Einsatz von KI in der Frühwarnung und Konfliktanalyse sowie die Notwendigkeit, deren Anwendung an rechtliche und menschenrechtliche Standards zu binden.
- Praxisorientierte Ansätze und Erfahrungen aus dem Feld: Dieser Teil verbindet strategische Vorausschau mit konkreten Anwendungsbeispielen und zeigt, wie internationale Akteure durch die Antizipation von technologischen Entwicklungen von einem reaktiven zu einem proaktiven Handeln übergehen können.
Das internationale Genf als Austragungsort
Mit dem internationalen Genf wird die Konferenz in einem globalen Zentrum durchgeführt, in dem Wissenschaft, Diplomatie und multilaterale Zusammenarbeit ineinandergreifen. Institutionen wie das CERN sowie Initiativen wie der Geneva Science and Diplomacy Anticipator (GESDA) stehen exemplarisch für die Verbindung von wissenschaftlicher Innovation und internationaler Politikgestaltung.
Begleitend zur Konferenz sind ein offizieller Empfang in Zusammenarbeit mit dem Kanton und der Stadt Genf sowie Besuche beim CERN und im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum vorgesehen. Diese Programmpunkte ermöglichen den Teilnehmenden, die thematische Vielfalt, die Bedeutung sowie die Rolle des internationalen Genfs unmittelbar zu erleben.
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