Die Schweiz und die UNO verstärken in Genf die Koordination der Friedensanstrengungen im Sudan
Bern, 20.10.2026 — Die Schweiz und die UNO organisieren am 21. Oktober 2026 in Genf ein internationales Treffen zu den Friedensanstrengungen im Sudan. An diesem sechsten Konsultationstreffen nehmen Staaten und internationale Organisationen teil, die sich für eine Lösung des Konflikts im Sudan einsetzen. Angesichts der weiteren Verschärfung der humanitären Krise hat das Treffen zum Ziel, die diplomatischen Initiativen besser zu koordinieren, auf Deeskalation hinzuwirken und einen inklusiven politischen Prozess zu fördern.
Das von der Schweiz und dem persönlichen Gesandten des UNO-Generalsekretärs für den Sudan, Pekka Haavisto, organisierte Treffen findet im Palais des Nations in Genf statt. Die Co-Leitung hat EDA-Staatssekretär Alexandre Fasel inne. Zu den Teilnehmenden gehören insbesondere die Nachbarländer des Sudan, die ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates sowie Vertreterinnen und Vertreter der wichtigsten an den Friedensinitiativen beteiligten Staaten, der Afrikanischen Union, der Europäischen Union, der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (IGAD) und der Liga der Arabischen Staaten.
Im Sudan herrscht seit April 2023 Krieg zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF). Der Konflikt hat zu einer schweren humanitären Katastrophe geführt: Heute sind rund 34 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Angesichts der anhaltenden Kämpfe und der Verschärfung der Krise bleibt eine auf dem Verhandlungsweg erzielte politische Lösung unverzichtbar.
Koordination zwischen Friedensförderung und humanitärer Hilfe
Das Treffen ist Teil eines im Juni 2024 eingeleiteten Prozesses. Es zielt darauf ab, die Komplementarität und Wirksamkeit der verschiedenen internationalen Initiativen zu stärken, Deeskalationsbemühungen zu unterstützen und einen inklusiven und glaubwürdigen politischen Prozess zu fördern.
Vor dem Treffen vom 21. Oktober 2026 finden Gespräche über die humanitäre Lage und die Einhaltung der Menschenrechte im Sudan statt. Vertreterinnen und Vertreter von UNO-Organisationen und humanitären Akteuren werden den Delegationen ihre Einschätzungen und die Herausforderungen vor Ort darlegen. Im Zentrum der Gespräche stehen die Achtung des humanitären Völkerrechts und die Verbesserung des humanitären Zugangs.
Aktive Rolle der Schweiz angesichts der Krise im Sudan
Bei ihrem Einsatz im Sudan verknüpft die Schweiz humanitäre Hilfe und Friedensdiplomatie. Seit Beginn des Konflikts hat sie rund 217 Millionen Franken für die humanitäre Hilfe im Sudan und in der Region bereitgestellt. Der Fokus liegt auf der Ernährungssicherheit, der Unterstützung von Vertriebenen und dem Schutz der Zivilbevölkerung. Im Rahmen ihrer Guten Dienste fazilitiert die Schweiz zudem vertrauliche Gespräche zwischen den verschiedenen Akteuren und unterstützt die Vermittlungsbemühungen der UNO.
Die Ausrichtung dieses Treffens im Palais des Nations unterstreicht die Rolle der Schweiz als Gaststaat und die Bedeutung des internationalen Genf als Ort des Dialogs und der multilateralen Diplomatie. Das Treffen ist Teil der Anstrengungen der Schweiz für eine bessere Koordination der internationalen Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Sudan.