Post, SBB, Swisscom und Skyguide haben die Ziele des Bundesrates im Jahr 2025 insgesamt erreicht
Bern, 13.03.2026 — Der Bundesrat hat am 13. März 2026 überprüft, ob Post, SBB, Swisscom und Skyguide im Geschäftsjahr 2025 seine strategischen Ziele erreicht haben. Er ist zum Schluss gekommen, dass Post, SBB und Swisscom diese Vorgaben insgesamt erfüllt haben; Skyguide hat sie teilweise erfüllt. Alle vier Unternehmen stehen vor grossen Herausforderungen. Der Bundesrat hat die entsprechenden Berichte an die parlamentarischen Aufsichtskommissionen verabschiedet.
Post, SBB, Swisscom und Skyguide haben 2025 ihren Auftrag zur Gewährleistung des Service public im ganzen Land zuverlässig und mit hoher Qualität erfüllt. Alle vier Unternehmen waren attraktive Arbeitgeber mit einer modernen Personalpolitik und sozialer Verantwortung.
Post
Die Post hat die strategischen Ziele des Bundesrates im Jahr 2025 insgesamt erreicht. Sie erbrachte die Grundversorgung mit Postdiensten und im Zahlungsverkehr in guter Qualität und zu angemessenen Preisen und hielt die Marktanteile im Kerngeschäft (Briefe, Pakete und Personenverkehr). Beim Zahlungsverkehr sank der Marktanteil. Die Brief- und Zeitungsmengen und die über die Zugangspunkte des Postnetzes abgewickelten Geschäfte nahmen weiter ab, die Paketmengen stiegen seit 2021 erstmals wieder an. Der Betriebsertrag ging gegenüber dem Vorjahr um 334 Millionen Franken zurück, was vor allem auf die Mengenrückgänge im Kerngeschäft und den tieferen Zinsertrag bei PostFinance zurückzuführen ist. Das Jahresergebnis fiel um 20 Prozent tiefer aus als im Vorjahr und betrug 332 Millionen Franken. Der Bund erhält eine Dividende von 150 Millionen Franken. Die Post hat im vergangenen Jahr keine anderen Firmen gekauft.
Die Märkte der Post wandeln sich stark: Immer weniger Menschen nutzen die traditionellen postalischen Dienstleistungen. Die neuen digitalen Geschäftsmodelle gleichen diesen Einbruch bislang kaum aus. Daher ist die eigenwirtschaftliche Finanzierung der Grundversorgung in ihrer heutigen Form auf lange Sicht in Frage gestellt. Der Bundesrat erwartet von der Post, dass sie Massnahmen für ein besseres Ergebnis ergreift. Er will aber auch die regulatorischen Grundlagen anpassen, um das Angebot an die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden anzupassen. Dazu hat er im Sommer 2025 Eckwerte für die Revision der Postgesetzgebung festgelegt. Die Vernehmlassungen hierfür sollen Mitte 2026 eröffnet werden.
SBB
Die SBB hat die strategischen Ziele des Bundesrates im Jahr 2025 insgesamt erreicht. Der Bahnbetrieb war trotz hoher Passagierzahlen und vieler Baustellen insgesamt sicher, stabil und pünktlich. Die Sparte Güterverkehr sieht sich nach wie vor mit grossen Herausforderungen konfrontiert.
Das Jahresergebnis verbesserte sich von 275 auf 496 Millionen Franken; rund die Hälfte des Ergebnisses ist auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen, namentlich die Reduktion der Vorsorgeverpflichtung. Zum operativen Jahresergebnis beigetragen haben die Bereiche Immobilien, Fernverkehr und Energie sowie Kostenoptimierungen. Der Güterverkehr und der regionale Personenverkehr erzielten Verluste. Die Nettoverschuldung nahm dank des Kapitalzuschusses des Bundes von 850 Millionen Franken ab und erreichte das 8,1-fache des EBITDA (Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; Vorjahr: 8,2). Der Bundesrat bekräftigt seine Erwartung, dass die Obergrenze von 6,5 x EBITDA spätestens im Jahr 2030 wieder eingehalten wird.
Die Stabilisierung der finanziellen Lage bleibt somit die zentrale Herausforderung für die SBB in den kommenden Jahren; dies sowohl für das Gesamtunternehmen als auch bei SBB Cargo. Die SBB ist daran, die Massnahmen zur Neuausrichtung von SBB Cargo umzusetzen. Der Bund unterstützt diesen Prozess und fördert unter anderem den Einzelwagenladungsverkehr. Möglich gemacht hat dies die Revision des Gütertransportgesetzes.
Swisscom
Die Swisscom hat die strategischen Ziele des Bunderats im Jahr 2025 insgesamt erreicht. Das Unternehmen blieb klare Marktführerin im Schweizer Fernmeldemarkt und baute die Ultrahochbreitband-Infrastruktur (Glasfasernetze und 5G-Mobilfunk) flächendeckend weiter aus. Die Grundversorgung erfolgte ohne finanzielle Abgeltungen. Die Sicherheit und Stabilität der Netze und der IT-Infrastruktur entsprachen den Erwartungen.
Per Ende Dezember 2024 hat Swisscom den italienischen Ableger des britischen Vodafone-Konzerns übernommen. Die Integration von Vodafone Italia in Fastweb schritt im Berichtsjahr planmässig voran.
Das finanzielle Ergebnis auf Konzernebene war solide, wenn auch schwächer als im Vorjahr. Der Reingewinn nahm ab, weil die Integrationskosten von Vodafone Italia in den Swisscom-Konzern das Ergebnis belasteten. Trotzdem konnte die Dividende planmässig von 22 Franken auf 26 Franken je Aktie erhöht werden.
Auf kurze Sicht besteht die dringlichste Herausforderung bei der Swisscom darin, die Integration von Vodafone Italia zum Erfolg zu führen. Auf mittlere Sicht hängt das Wohlergehen des gesamten Unternehmens vom Ausbau der Ultrahochbreitbandnetze ab, was anhaltend hohe Investitionen erfordern wird, die in einem insgesamt stagnierenden Markt zu erwirtschaften sind.
Skyguide
Skyguide hat die strategischen Ziele des Bunderats im Jahr 2025 teilweise erreicht. Die finanzielle Situation von Skyguide bleibt trotz eines statutarischen Gewinns von 52,6 Millionen Franken (Vorjahr: Verlust von 12,4 Millionen Franken) angespannt. Die Finanzierung der zivilen Flugsicherung hängt vom europäischen Gebührenmodell ab. Die Schweiz hat bei der EU einen kostendeckenden Leistungsplan für Skyguide eingereicht. Die Überprüfung durch die EU-Kommission ist noch nicht abgeschlossen.
Die Sicherheit des Luftverkehrs war jederzeit gewährleistet. Die Pünktlichkeit hat sich verbessert und lag 2025 über dem europäischen Durchschnitt. Skyguide erhöhte aber aufgrund der neuen Referenzperiode 2025 bis 2029 erneut die Überfluggebühren und hat weiterhin die mit Abstand höchsten Gebühren in Mitteleuropa.
Skyguide ist nach wie vor damit herausgefordert, ohne Abstriche bei der Sicherheit die Kosten dauerhaft zu senken, um das gesetzlich verlangte ausgeglichene Ergebnis zu erzielen. Die Spielräume von Skyguide sind durch das europäische Gebührenmodell aber begrenzt.
Gestützt auf eine Empfehlung der Eidgenössischen Finanzkontrolle wird in den strategischen Zielen für die Skyguide ein Standard für das Business Continuity Management (BCM) festgelegt. Skyguide wird ihr BCM basierend auf dieser Norm weiterentwickeln.
Vergütungen der obersten Leitungsorgane von Post, SBB, Swisscom und Skyguide
Wie vom Aktienrecht und in den Statuten vorgesehen, legen die Generalversammlungen von Post, SBB, Swisscom und Skyguide die maximalen Beträge fest, die für die Vergütung der obersten Leitungsorgane dieser Unternehmen – Verwaltungsrat und Geschäftsleitung – zur Verfügung stehen. Der Bundesrat hat den diesbezüglichen Anträgen der Verwaltungsräte im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2027 zugestimmt. Die Vergütungsobergrenzen bleiben für 2027 auf dem bisherigen Niveau.
Links
Zielvorgaben und Zielerreichung der bundesnahen Betriebe (Website UVEK)