Budget 2027: Entlastungspaket und Mehreinnahmen verbessern die Finanzlage
Bern, 24.06.2026 — Der Bundesrat hat am 24. Juni 2026 die Eckwerte zum Voranschlag 2027 und zum Finanzplan 2028–2030 verabschiedet. Dank des Entlastungspakets 27 und höherer Einnahmenerwartungen erfüllt der Voranschlag die Vorgaben der Schuldenbremse und weist einen strukturellen Überschuss von rund 180 Millionen Franken aus. Die verbesserten Aussichten schaffen finanziellen Spielraum, insbesondere für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Gegenüber dem Voranschlag 2026 steigen die Einnahmen des Bundes insgesamt um 3,3 Milliarden Franken (+ 3,7%) auf geschätzte 93,7 Milliarden Franken. Demgegenüber sind Ausgaben von 93,8 Milliarden Franken vorgesehen, was einem Plus gegenüber dem Voranschlag 2026 von 2,7 Milliarden Franken (+ 3%) entspricht. Zum Ausgabenwachstum tragen insbesondere die AHV, die Armee sowie der Finanzausgleich bei.
Dank des Entlastungspakets 27 und der Bereinigungsmassnahmen in den Jahren 2024 und 2025 konnte das Ausgabenwachstum insgesamt um 4 Milliarden Franken gebremst werden. Die Umsetzung des Entlastungspakets 27 bleibt zentral für die Stabilisierung der Bundesfinanzen: Ohne die beschlossenen Massnahmen würde der Voranschlag 2027 ein strukturelles Defizit von rund 1,3 Milliarden Franken aufweisen.
Verzicht auf zusätzliche Sparmassnahmen dank höherer Einnahmen
Gegenüber der Standortbestimmung vom Februar wurden die Einnahmenschätzungen angepasst, sie liegen nun um 1,8 Milliarden Franken höher. Hauptgrund dafür sind höhere Schätzungen bei der Gewinnsteuer. Dadurch präsentiert sich die Haushaltssituation für 2027 wesentlich besser als noch zu Jahresbeginn.
Dank dieser Entwicklung kann auf die im April vorsorglich beschlossenen zusätzlichen Massnahmen zur Einhaltung der Schuldenbremse im Umfang von 540 Millionen Franken verzichtet werden. Gleichzeitig entsteht finanzieller Spielraum für zusätzliche Ausgaben zugunsten der Armee. Der Voranschlag 2027 weist unter dem Strich einen strukturellen Überschuss gemäss Schuldenbremse von rund 180 Millionen Franken aus. Im Budget 2027 sind zum ersten Mal seit sieben Jahren keine ausserordentlichen Ausgaben eingestellt.
Tabelle: Finanzierungsrechnung Voranschlag und Finanzplan, in Mrd. CHF

Verbesserte Aussichten auch in den Finanzplanjahren 2028 bis 2030
Die Einnahmenschätzungen wurden auch für die Finanzplanjahre 2028 bis 2030 nach oben angepasst. Insbesondere bei der Gewinnsteuer rechnet der Bund mit einer weiterhin positiven Entwicklung. Hinzu kommt die vom Nationalrat beschlossene Abschaffung des MWST-Sondersatzes für die Hotellerie. Die höhere Einnahmenschätzung erlaubt es, die Mehrwertsteuer zugunsten der Armee weniger stark zu erhöhen als noch in der Vernehmlassung vorgeschlagen.
Der Bundeshaushalt steht dennoch vor bedeutenden Herausforderungen. Die Ausgaben wachsen in den kommenden Jahren weiterhin stark: von derzeit rund 90 Milliarden Franken auf über 104 Milliarden im Jahr 2030. Der wichtigste Treiber sind die steigenden Ausgaben für die Armee. Hier muss der Bundeshaushalt ein Wachstum von knapp 7 Milliarden Franken im Jahr 2027 auf über 10 Milliarden Franken im Jahr 2032 tragen; die geplante Mehrwertsteuererhöhung soll vollständig für darüber hinausgehende Ausgaben zur Wiedererlangung der Verteidigungsfähigkeit eingesetzt werden.
Ein weiterer wichtiger Ausgabentreiber ist die AHV. Gründe dafür sind die 13. AHV-Rente sowie die demografische Entwicklung. Auch die Beiträge des Bundes im Rahmen des Finanzausgleichs wachsen weiterhin stark. Sie nehmen jährlich um rund 300 Millionen Franken zu und beanspruchen damit einen zunehmenden Teil des finanziellen Handlungsspielraums des Bundes.
Unsicherheit bei der Schätzung der Gewinnsteuer
Trotz der verbesserten Aussichten bleiben die Finanzperspektiven mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Die Einnahmen aus der Gewinnsteuer steigen zwar seit einigen Jahren stark an, gleichzeitig ist unklar, ob und wie lange dieser Trend anhält. Zudem hängen sie in hohem Mass vom Geschäftserfolg weniger grosser Unternehmen ab – so ist ein halbes Prozent der Unternehmen verantwortlich für drei Viertel der Gewinnsteuereinnahmen (2022, letzte verfügbare Daten). Auch die Einnahmen aus der OECD-Ergänzungssteuer lassen sich derzeit nur mit grosser Unsicherheit abschätzen. Da die Steuer 2026 erstmals erhoben wird, liegen noch keine Erfahrungswerte vor. Hinzu kommen Risiken aus dem internationalen Umfeld. Die geopolitischen Spannungen und die unsichere Wirtschaftsentwicklung können sich sowohl auf die Einnahmen als auch auf die Ausgaben des Bundes auswirken.
Die Botschaft zum Voranschlag 2027 mit integriertem Aufgaben- und Finanzplan 2028-2030 und damit das detaillierte Zahlenwerk wird Mitte August 2026 vom Bundesrat verabschiedet.