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MedienmitteilungVeröffentlicht am 2. November 2026

Dritter Monitoringbericht zur Neuregelung der psychologischen Psychotherapie: Kostenanstieg hat sich verlangsamt

Bern, 02.11.2026 — 2021 verabschiedete der Bundesrat den Wechsel vom Delegations- zum Anordnungsmodell für die psychologische Psychotherapie, um den Zugang zu psychotherapeutischen Leistungen zu verbessern und eine angemessene Versorgung sicherzustellen. 2022 trat die Änderung in Kraft. Nach einem initial starken Kostenanstieg der psychologischen Psychotherapie zulasten der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) hat sich dieses Wachstum seit 2024 verlangsamt. Während das jährliche Kostenwachstum 2023 noch bei 36,4 % lag, beträgt es 2025 noch 7,7 %.

Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können seit dem 1. Juli 2022 zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) auf ärztliche Anordnung hin selbständig und auf eigene Rechnung tätig sein. Zuvor wurden ihre Leistungen nur unter ärztlicher Aufsicht im sogenannten Delegationsmodell vergütet oder die psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten arbeiteten selbstständig im Zusatzversicherungsbereich und für Selbstzahlende. Dieser Systemwechsel wurde beschlossen, um den Zugang der psychotherapeutischen Leistungen zu verbessern und eine angemessene Versorgung sicherzustellen.

Der im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) vom schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) erstellte dritte Monitoring-Bericht liegt nun vor. Das Monitoring beruht auf Abrechnungsdaten von 2014 bis 2025, wobei die Jahre 2021 bis 2025 mit Fokus auf den Systemwechsel besonders genau betrachtet wurden.

Der Kostenanstieg hat sich seit 2024 verlangsamt

Die Kosten der psychologischen Psychotherapie zulasten der OKP sind mit dem Systemwechsel deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden rund 991 Millionen Franken abgerechnet, gegenüber 528 Millionen Franken im Jahr 2021, dem letzten vollständigen Jahr im Delegationsmodell. Dies entspricht einer Zunahme von 463 Millionen Franken in vier Jahren. Dabei war der jährliche prozentuale Anstieg im Jahr 2023, dem ersten vollständigen Jahr im Anordnungsmodell, mit 36.4 Prozent am höchsten. Der Anstieg nimmt seither ab mit 12.1 Prozent im Jahr 2024 und 7.7 Prozent im Jahr 2025.

Auch unter Berücksichtigung des Wachstums des Versichertenkollektivs zeigt sich ein deutlicher Kostenanstieg. Die Kosten pro versicherte Person der psychologischen Psychotherapie nahmen zwischen 2021 und 2025 von 60 Franken auf 106 Franken pro Jahr zu. Der höchste prozentuale Anstieg gegenüber dem Vorjahr war mit 34,3 Prozent im Jahr 2023 zu verzeichnen. Seither nimmt der Anstieg ab mit 10,7 Prozent im Jahr 2024 und 6,6 Prozent im Jahr 2025. In den Praxen (Psychotherapie-Praxen und Organisationen der psychologischen Psychotherapie) war der prozentuale Anstieg der Kosten pro versicherte Person für psychologische Psychotherapie gegenüber dem Vorjahr höher als in den institutionellen Settings und betrug 2025 rund 10,0 Prozent.

Der Kostenanstieg hat mehrere Ursachen. Für den Zeitraum von 2021 bis 2025 sind rund 30 Prozent dieses Anstiegs auf Tarifänderungen zurückzuführen, weitere 6,4 Prozent auf die Entwicklung des Versichertenkollektivs. Der grössere Teil der Kostenveränderung, rund 63.6 Prozent, umfasst verschiedene Einflussfaktoren, die mit den verfügbaren Daten nicht weiter differenziert werden können. Dazu gehören eine langfristig zunehmende Inanspruchnahme psychotherapeutischer Leistungen sowie direkte Auswirkungen des Systemwechsel durch die Verlagerung aus dem Selbstzahler- und Zusatzversichertenbereich, durch den verbesserten Zugang oder durch die Reduktion von Unterversorgung.

Das Angebot hat sich erweitert

Bis Ende 2023 wurden 5026 Praxen und 478 Organisationen der psychologischen Psychotherapie, die Leistungen zulasten der OKP abrechnen, gezählt. Seither ist die Zahl der Praxen weiter um durchschnittlich 5.8 Prozent pro Jahr und die Zahl der Organisationen für psychologische Psychotherapie um 18.0 Prozent pro Jahr gestiegen.

Fortführung des Monitorings

Dieses Kostenmonitoring wird seit 2024 jährlich in Form von Berichten publiziert. Neu wird es als Online-Indikatorensystem auf der Website des Obsan präsentiert und jährlich aktualisiert. In einem Begleitdokument werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und die beobachtbaren Entwicklungen eingeordnet. Das Online-Indikatorensystem ist auch über die Website des BAG zugänglich.

Angesichts der hohen Mehrkosten wird im Auftrag des Bundesrats die Kostenentwicklung weiter beobachtet und das jährliche Kostenmonitoring fortgeführt. Dabei wird auch geprüft, wie das Monitoring mit verfügbaren Daten um weitere Indikatoren ergänzt werden kann.

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