Die nationale Kampagne «Gleichstellung verhindert Gewalt» geht in die zweite Phase
Bern, 01.06.2026 — Die Prävention von häuslicher, sexualisierter und geschlechtsbezogener Gewalt ist ab dem 1. Juni 2026 erneut Thema einer Kampagne in der ganzen Schweiz. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Gewalt erfahren haben, sowie bestehende Hilfsangebote – wie die neue Opferhilfe-Nummer 142.
Die nationale Präventionskampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt wurde im November 2025 von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider lanciert. Ziel ist es, einer breiten Öffentlichkeit die Botschaften zur Prävention dieser Gewaltformen zu vermitteln und die bestehenden Hilfsangebote bekanntzumachen. Im Fokus steht auch die nationale Opferhilfe-Nummer 142. Diese von den Kantonen eingerichtete kostenlose und anonyme Telefonnummer ist seit dem 1. Mai 2026 in der ganzen Schweiz rund um die Uhr erreichbar und bietet Personen, die Gewalt erfahren haben, und ihrem Umfeld Hilfe und Beratung.
Die Kampagne wird von Bund und Kantonen, sowie zahlreichen Städten und Gemeinden und Organisationen der Zivilgesellschaft unterstützt. Diese breite Mobilisierung zeigt, wie wichtig das Thema in der Gesellschaft ist. Die Ende 2025 vom Parlament beschlossene Budgeterhöhung ermöglicht eine grössere Reichweite der Kampagne und ist ein starkes Signal für das wachsende politische Engagement im Kampf gegen Gewalt.
Zu den sechs Sujets der ersten Kampagnenphase kommen zwei neue Visuals dazu – eines zu Kindern, die von häuslicher Gewalt mitbetroffen sind, und eines zu digitaler Überwachung –, die in einer Plakatkampagne in der ganzen Schweiz zu sehen sein werden. Zusätzlich werden Flyer in 13 Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Albanisch, Türkisch, Russisch, Ukrainisch, Arabisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch/Montenegrinisch) sowie in Leichter Sprache breitflächig verteilt, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt ist weit verbreitet. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 22 000 Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt, das sind 44 Prozent aller Gewaltdelikte. Im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 2025 34 Tötungsdelikte registriert, was mehr als die Hälfte (61,8 %) aller in der Schweiz registrierten Tötungsdelikte (insgesamt 55) ausmachte. Von den 34 Opfern wurden 21 im Kontext einer bestehenden oder früheren Paarbeziehung getötet (19 Frauen und 2 Männer).
Die Präventionskampagne entspricht einem Anliegen des Parlaments, ist Teil der Gleichstellungsstrategie 2030 des Bundes und trägt zur Umsetzung der Istanbul-Konvention bei. Sie ergänzt die zahlreichen anderen Massnahmen gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt, die von Bund, Kantonen, Gemeinden und der Zivilgesellschaft getragen werden. Die Kampagne wird begleitet und regelmässig evaluiert, um ihre Wirkung zu messen und gezielte Anpassungen vorzunehmen. Zu diesem Zweck wurde im Herbst 2025 eine repräsentative Umfrage zu Gewalt und Gleichstellung durchgeführt. Die Studie wird die Wirksamkeit der Kampagne über einen längeren Zeitraum hinweg evaluieren und wissenschaftlich dokumentieren.
Weiterführende Informationen
- Website der Kampagne: Gleichstellung verhindert Gewalt
- Material zur Kampagne: Material und Downloads
- Initialmessung der Präventionskampagne: Bericht zu ersten Erkenntnissen nach Nullmessung