Explosivstoffmonitoring 2024/25: Keine negative Beeinflussung des Seewassers durch Munition
Bern, 07.04.2026 — Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS betreibt gemeinsam mit den betroffenen Kantonen zur versenkten Munition im Thunersee, Brienzersee und Vierwaldstättersee ein periodisches Explosivstoffmonitoring. Im Herbst 2024 und Winter 2025 wurden dazu erneut Seewasserproben entnommen. Nun liegen die Resultate der Analysen vor: Eine negative Beeinflussung des Seewassers lässt sich nicht erkennen. Um allfällige Belastungen des Seewassers auch weiterhin frühzeitig erkennen zu können, wird das Monitoring fortgeführt.
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Munition und Munitionsbestandteile aus Armeebeständen in verschiedenen Schweizer Seen versenkt. Dies entsprach damals einer weltweit üblichen Praxis. Im Jahr 2012 führte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS eine umfassende Gefährdungsabschätzung durch. Obwohl dabei keine relevanten Konzentrationen an Sprengstoffen im Seewasser festgestellt wurden, bleibt das Schadstoffpotenzial unverändert hoch. Angesichts der grossen Bedeutung der oberirdischen Gewässer als Ökosystem und Trinkwasserreservoir haben das VBS, der Kanton Bern und die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) beschlossen, ein Explosivstoffmonitoring zu starten und das Seewasser und die Seesedimente periodisch zu untersuchen.
In den Jahren 2024/2025 fanden erneut Untersuchungen des Seewassers im Thunersee, Brienzersee und Vierwaldstättersee statt. Die neuen Ergebnisse zeigen keine negative Beeinflussung des Seewassers durch die versenkte Munition. Die detaillierten Resultate sind in einem Schlussbericht zusammengefasst.
Untersuchung auf Sprengstoffe, Perchlorat und Schwermetalle
Im Rahmen der Seewasseruntersuchungen 2024/2025 wurden rund 60 Proben entnommen und in externen Laboratorien unter anderem auf Sprengstoffe (z. B. TNT, Nitroglycerin), Perchlorat und Schwermetalle (z. B. Blei, Quecksilber, Zink, Kupfer) untersucht.
Die Resultate zeigen, dass die Konzentrationen fast aller untersuchten Stoffe sehr niedrig waren, meist nahe der Bestimmungsgrenze. Generell verzeichnen die Schadstoffkonzentrationen im Vergleich zu früheren Messkampagnen in allen Seen einen stabilen bis rückläufigen Trend.
Monitoring wird fortgesetzt
Gemäss der Altlastenverordnung sind die Bereiche der versenkten Munition im Kataster der belasteten Standorte (KbS) des VBS eingetragen. Aufgrund der bisherigen Untersuchungen sind sie jedoch weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig. Dies haben auch die jüngsten Ergebnisse nochmals bestätigt.
Aufgrund der Befunde aus dem Monitoring 2024/2025 kann der bisherige Rhythmus für die Beprobung des Seewassers von fünf Jahren und der Seesedimente von zehn Jahren beibehalten werden. Nach jeder Messkampagne wird die Situation neu beurteilt und allfällig notwendige Massnahmen daraus abgeleitet.