Sparmassnahmen: Agroscope fokussiert sein Forschungsportfolio
Bern, 16.06.2026 — Aufgrund verschiedener von Parlament und Bundesrat beschlossener Sparmassnahmen weist das ordentliche Budget von Agroscope ein strukturelles Defizit von rund 10 Mio. Franken auf. Dies macht eine thematische Fokussierung des Forschungsportfolios notwendig und führt zu einem Abbau von 58 Vollzeitstellen. Auch mit dieser Fokussierung wird Agroscope langfristig eine kompetitive und kompetente Forschungsinstitution für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft bleiben. Die vom Bundesrat im Mai 2020 beschlossene Standortstrategie von Agroscope wird weiter umgesetzt.
Parlament und Bundesrat haben angesichts der angespannten Finanzsituation des Bundes in den letzten Jahren verschiedene Sparmassnahmen beschlossen, von denen auch Agroscope stark betroffen ist. Das ordentliche Jahresbudget wird bis Ende 2029 im Vergleich zu 2023 um rund 10 Mio. Franken schrittweise reduziert. Angesichts dieser Ausgangslage reichen die in den Vorjahren ergriffenen Entlastungsmassnahmen nicht mehr aus, um das Budget von Agroscope langfristig ausgeglichen zu gestalten. Strukturelle Massnahmen sind unumgänglich.
Fokus auf die Kernaufgaben
Agroscope wird die Personal- und Sachkosten über eine Fokussierung der Forschungsthemen ab 2027 senken. Das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung wird sich dafür stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren: Forschung zur Primärproduktion und zu Umweltwirkungen der Landwirtschaft, gesetzliche Vollzugsaufgaben und Politikberatung. Die Fokussierung orientiert sich weiter an den Strategien des Bundesrats für eine standortangepasste Land- und Ernährungswirtschaft sowie an einer Weiterentwicklung wirtschaftlicher und umweltschonender Produktionssysteme. Zudem wird Agroscope weiterhin die genetischen Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft für künftige Generationen sichern.
Einige Forschungsthemen werden reduziert oder ganz aufgegeben
Mit einer gezielten thematischen Fokussierung begrenzt Agroscope bewusst die negativen Auswirkungen der Sparmassnahmen. Dennoch wirken sie sich direkt auf die Leistungen für die Land- und Ernährungswirtschaft aus. Agroscope wird seine Forschung in den Bereichen gesunde Ernährung und neue Lebensmittelprodukte, alternative Nischenkulturen, Gewürz- und Medizinalpflanzen sowie Vertical Farming nicht weiterführen. In weiteren Themen werden die Aktivitäten teilweise reduziert und angepasst.
Die Sparmassnahmen führen zu einem Abbau von 58 Vollzeitstellen, der so weit wie möglich über natürliche Fluktuationen, bestehende Vakanzen und befristete Verträge realisiert wird. Dennoch sind 43 Mitarbeitende von einer Stellenaufhebung betroffen. Die Umsetzung erfolgt gemäss Sozialplan des Bundes.
Standortstrategie wird weiter umgesetzt
Parallel zur thematischen Fokussierung werden organisatorische und infrastrukturelle Optimierungen geprüft, um die Kosten zusätzlich zu senken. Zudem sollen Synergien mit anderen Forschungsinstitutionen genutzt werden. Die vom Bundesrat im Mai 2020 entschiedene Standortstrategie von Agroscope mit einem zentralen Campus in Posieux (FR), den Forschungszentren Changins (VD) und Reckenholz (ZH) sowie den diversen dezentralen Versuchsstationen wird weiter umgesetzt.
Die Sparmassnahmen sind einschneidend für die Institution, die Mitarbeitenden und die Forschung in der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Mit der notwendigen Fokussierung wird jedoch eine solide finanzielle Basis für die Zukunft von Agroscope gelegt. Agroscope soll langfristig eine kompetitive und kompetente Forschungsinstitution bleiben, die Lösungen für die wichtigsten Herausforderungen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft erarbeiten kann.
Adresse für Rückfragen
Marc Andrey
Leiter Kommunikation
+41 58 466 88 62